Informationen zur Energieeinsparungsverordnung (EnEV 2014)

Seit dem 01.05.2014 ist die neue Energieeinsparungsverordnung (EnEV) 2014 rechtsverbindlich. Gem. §1 EnEV 2014 Abs. 1 ist der Zweck dieser Verordnung die Einsparung von Energie in Gebäuden. In diesem Rahmen und unter Beachtung des gesetzlichen Grundsatzes der wirtschaftlichen Vertretbarkeit soll die Verordnung dazu beitragen, dass die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050, erreicht werden. Ab dem Jahr 2016 erhöht diese Verordnung den energetischen Standard für Neubauten, sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude.

Diese Verordnung gilt (gem. §1 EnEV 2014 Abs. 1 Abs. 2) für:

1.Gebäude, soweit sie unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden;

2.Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuchtungstechnik sowie der Warmwasserversorgung von Gebäuden nach Nummer 1.
Das Wichtigste im Überblick:

Neubau – Anforderungen an Wohngebäude

Neue Wohngebäude sind so zu errichten, dass bestimmte Höchstwerte des Jahres-Primärbedarfs für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung (Anlage 1 zu § 3 EnEV 2014) nicht überschritten werden dürfen.

Baubestand

Änderung, Erweiterung und Ausbau von Gebäuden

Soweit bei beheizten oder gekühlten Räumen von Gebäuden Änderungen wie z.B. an Außenwänden, Fenstern, Außentüren oder Dächern (Anlage 3 zu den § 8 und § 9 – EnEV 2014) durchgeführt werden, sind die Änderungen so auszuführen, dass die Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Flächen, die für solche Außenbauteile in Anlage 3 festgelegten Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschreiten.

Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden

Dämmung: Oberste Geschossdecken, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen ab dem 01.01.2016 gedämmt sein. Dazu gehören Decken beheizter Räume, die direkt an ein nicht beheiztes Dachgeschoss grenzen. Diese Anforderung ist erfüllt, wenn das darüber liegende Dach gedämmt ist oder den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes erfüllt (§ 10 EnEV 2014).

Heizkessel: Öl- und Gasheizkessel, die nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer (§ 10 EnEV 2014)

Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen

Verkäufer und Vermieter von Immobilien müssen den Energieausweis bereits bei der Besichtigung vorlegen. Wenn ein Vertrag zustande kommt, muss der Ausweis (darf auch eine Kopie des Originals sein) an den Käufer oder Mieter übergeben werden (§16 EnEV 2014). Wird der Ausweis nicht übergeben oder vorgelegt, drohen bis zu 15.000 € Bußgeld.

Wird ein Gebäude errichtet, hat der Bauherr sicherzustellen, dass ihm, wenn er zugleich Eigentümer des Gebäudes ist, oder dem Eigentümer des Gebäudes ein Energieausweis unter Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes ausgestellt und der Energieausweis oder eine Kopie hiervon übergeben wird. Die Ausstellung und die Übergabe müssen unverzüglich nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgen (§ 16 EnEV 2014).

Wer einen Energieausweis nach § 17 ausstellt, hat für diesen Energieausweis bei der zuständigen Behörde (Registrierstelle) eine Registriernummer zu beantragen (§ 26c EnEV 2014). Zur Qualitätssicherung von Energieausweisen wird ein unabhängiges Kontrollsystem implementiert, Stichprobenkontrollen ausgestellter Energieausweise durchgeführt und der Energieausweis muss den zuständigen Behörden auf Verlangen zugänglich gemacht werden.

Energieeffizienzklassen

Der Bandtachos des Energieausweises wurde neu gestaltet: neue Skalierung von ≥ 400 kWh/(m²a) auf > 250 kWh/(m²a).

Beim neuen Energieausweis wird jedes Gebäude einer Energieeffizienzklasse zugeordnet: von der Klasse A+ (stellt den niedrigsten Energiebedarf dar = unter 30 kWh/(m²a)) bis zu der Energieeffizienzklasse H (stellt einen sehr hohen Energiebedarf dar = über 250 kWh/(m²a)).

Ab 2016 ist die Energieeffizienzklasse A Neubaustandard.

Modernisierungsempfehlungen

Modernisierungsempfehlungen sind seit dem 01. Mai 2014 fester Bestandteil des Energieausweises, sie dienen jedoch weiterhin nur der Information. Sie sind nur auszustellen, wenn kostengünstige Verbesserungen der genetischen Eigenschaften möglich sind. Sie sind kein Ersatz für eine Energieberatung.

Gültigkeitsdauer des Energieausweises

  • 17 (6) EnEV sieht eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren für neu ausgestellte Energieausweise vor. Ein Energieausweis wird ungültig, wenn für das Gebäude (z.B. aufgrund von Änderungen) ein neuer Energieausweis ausgestellt werden muss. Vor dem 01.10.2007 ausgestellte Verbrauchsausweise haben ihre Gültigkeit am 30.10.2014 verloren.

Pflichtangaben in Immobilieninserate

In kommerziellen Medien (z.B. Zeitungen, Zeitschriften oder Internet) muss bei Inseraten für Wohngebäuden die Art des Ausweises (Bedarf- oder Verbrauchsausweis), die Endenergie, der wesentliche Energieträger, das Baujahr und die Energieeffizienzklasse angegeben werden.

z.B.

Bedarfsausweis: 155 kWh/(m²a),

Fernwärme, Baujahr 1969

Energieeffizienzklasse: E

Fehlende Pflichtangabe in Immobilienanzeigen stellen ab 01.05.2015 eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit bis zu 15.000 € Bußgeld geahndet werden.